Oxalsäure träufeln: Dosierung berechnen
Wie viel Zuckerwasser und wie viel Oxalsäure-Dihydrat brauchst du, um deine brutfreien Völker im Winter zu träufeln? Der Rechner rechnet die Lösung aus den besetzten Wabengassen.
⚠️ Diese Seite dient ausschließlich der Information und Veranschaulichung der Rechenwege. Sie ist keine tierärztliche oder medizinische Beratung und keine Behandlungsanweisung. Befolge stets die Gebrauchsanweisung des zugelassenen Arzneimittels sowie die Hinweise deines örtlichen Imkervereins bzw. Bienensachverständigen. Trage geeignete Schutzausrüstung (Säureschutzbrille, säurefeste Handschuhe). Beachte zugelassene Anwendungszeiträume und Wartezeiten laut Hersteller. Dosierangaben sind Richtwerte mit Quellenangabe, keine verbindlichen Vorgaben.
Rechner
Für 3 Völker mit je 8 besetzten Wabengassen rührst du rund 120 ml Zuckerwasser (1:1) an und löst darin etwa 4,20 g Oxalsäure-Dihydrat — angewendet nur im brutfreien Volk.
🐝 Nur im brutfreien Volk und in der Regel einmal pro Winter; Lösung auf Zimmertemperatur anwärmen, Säureschutzbrille und säurefeste Handschuhe tragen.
Das Träufelverfahren (Dribbling) ist die klassische Winterbehandlung gegen die Varroamilbe: Eine warme Oxalsäure-Zuckerwasser-Lösung wird mit der Spritze direkt in die besetzten Wabengassen geträufelt. Wirksam ist die Methode nur, wenn das Volk brutfrei ist — also wenn keine verdeckelte Brut die Milben vor der Säure schützt. Der Rechner übernimmt die reine Mengen-Mathematik: Aus der Zahl der Völker, den besetzten Wabengassen und der Dosis pro Gasse ergibt sich, wie viel Lösung du ansetzen und wie viel Oxalsäure-Dihydrat du darin lösen musst.
Die zugrunde gelegten Werte sind Richtwerte mit Quellenangabe: rund 35 g Oxalsäure-Dihydrat pro 1 L Zuckerwasser (1:1) und etwa 5 ml Lösung pro besetzter Wabengasse, mit einer sinnvollen Obergrenze von ungefähr 50 ml je Volk. Sie ersetzen nicht die Gebrauchsanweisung des von dir verwendeten, zugelassenen Präparats.
Die Formel
Die Rechnung folgt drei einfachen Schritten:
ml pro Volk = min(ml pro Gasse × Wabengassen; 50)ml gesamt = ml pro Volk × Anzahl Völkerg Oxalsäure-Dihydrat = 35 g/L × (ml gesamt ÷ 1000)
Da die Lösung ein 1:1-Zuckerwasser ist, gilt näherungsweise Zucker (g) ≈ ml gesamt und Wasser (ml) ≈ ml gesamt (etwa 1 g Zucker je ml Wasser). Die 50-ml-Grenze pro Volk verhindert, dass für sehr starke Völker rechnerisch unrealistisch hohe Mengen entstehen.
Durchgerechnetes Beispiel
Drei Völker mit je acht besetzten Wabengassen, 5 ml pro Gasse:
- ml pro Volk = 5 ml × 8 = 40 ml (unter der 50-ml-Grenze)
- ml gesamt = 40 ml × 3 = 120 ml Lösung
- Oxalsäure-Dihydrat = 35 g/L × 0,120 L = 4,2 g in ≈ 120 ml Zuckerwasser (1:1)
Kontrollwert: Ein einzelnes Volk mit zehn Gassen × 5 ml = 50 ml ⇒ 35 g/L × 0,050 L = 1,75 g Oxalsäure-Dihydrat. (Richtwert — Quelle: Dadant / Dave Cushman / Wally Shaw, siehe Quellen.)
Das „Warum“ & die Praxis
Oxalsäure wirkt als Kontaktgift: Sie erreicht die auf den Bienen sitzenden Milben, nicht aber Milben in verdeckelter Brut. Deshalb ist das Zeitfenster im brutfreien Spätherbst/Winter so wichtig — typischerweise in der kältesten Phase, wenn das Volk eng in der Wintertraube sitzt. Der Rechner trifft bewusst keine Aussage zum Zeitpunkt: Wann brutfrei ist, hängt von Klima, Lage und Jahr ab und gehört in die Hände deines Imkervereins, nicht in einen evergreen Rechner.
Praktische Hinweise: Die Lösung sollte handwarm (Zimmertemperatur) sein, weil kalte Säure die Bienen stärker belastet. Eine einmalige Anwendung pro Winter gilt als schonend; wiederholtes Träufeln kann das Volk schwächen. Trage immer Säureschutzbrille und säurefeste Handschuhe. Die Mengen hier sind Planungshilfe — die verbindliche Dosierung steht auf dem Etikett des zugelassenen Arzneimittels. Eine vollständige Übersicht der Richtwerte findest du in der Oxalsäure-Tabelle.
Referenztabelle
| Methode | Richtwert | Voraussetzung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Träufeln | ≈ 35 g Oxalsäure-Dihydrat pro 1 L Zuckerwasser (1:1); ≈ 5 ml pro besetzte Wabengasse, Obergrenze ≈ 50 ml/Volk | nur brutfrei (Winter), Lösung auf Zimmertemperatur | Dadant / Dave Cushman / Wally Shaw |
| Verdampfen | ≈ 2,0–2,3 g pro Volk (DE-Standard Varroxal: 2,0 g), unabhängig von der Zargenzahl | Außentemperatur idealerweise ≥ +4 °C | Varroxal / bienen&natur |
Häufige Fragen
Wie viel Oxalsäure pro Wabengasse beim Träufeln?
Als Richtwert gelten etwa 5 ml Lösung pro besetzter Wabengasse, für sehr kleine Völker rund 4 ml. Die Lösung selbst enthält ungefähr 35 g Oxalsäure-Dihydrat je Liter Zuckerwasser (1:1). Maßgeblich ist die Gebrauchsanweisung deines zugelassenen Präparats.
Wie viel Oxalsäure-Dihydrat brauche ich für 1 Liter Lösung?
Für 1 L Zuckerwasser (1:1) rechnet man mit rund 35 g Oxalsäure-Dihydrat. Das entspricht einer Konzentration von etwa 3,5 %. Mehr ist nicht wirksamer, belastet aber die Bienen stärker.
Warum muss das Volk brutfrei sein?
Oxalsäure wirkt nur als Kontaktgift gegen Milben, die auf den Bienen sitzen. Milben in verdeckelter Brut bleiben unerreicht. Ist Brut vorhanden, überlebt ein großer Teil der Population — die Behandlung verpufft. Deshalb behandelt man im brutfreien Zustand.
Wie oft darf ich träufeln?
Die Träufelbehandlung gilt als einmalige Winterbehandlung. Wiederholtes Träufeln belastet das Volk und gilt nicht als schonend. Für die genaue Anwendungshäufigkeit ist die Zulassung des Präparats und der Rat deines Imkervereins ausschlaggebend.
Sind diese Mengen verbindlich?
Nein. Es sind Richtwerte mit Quellenangabe zur Veranschaulichung der Rechenwege. Verbindlich ist allein die Gebrauchsanweisung des zugelassenen Arzneimittels. Im Zweifel frage deinen örtlichen Imkerverein oder Bienensachverständigen.